FAQ – Häufig gestellte Fragen

Allgemein

Was ist Freifunk?

Freifunk ist eine nicht-kommerzielle Initiative im deutschen Sprachraum. Sie widmet sich dem Aufbau und Betrieb selbstverwalteter lokaler Computer-Netzwerke als freies WLAN Funknetz.
Freifunk ist die Möglichkeit jedem Bürger, der sich in der Nähe eines Freifunk-WLAN-Netzwerks befindet, einen kostenfreien, unzensierten und anonymen Zugang zum Netzwerk zu ermöglichen. Freifunk ist gemeinnützig und wird von ehrenamtlichen Helfern in Eigenregie aufgebaut und gewartet.
Um Teil des Netzwerks zu werden musst Du lediglich einen WLAN-Router (z.B. den TP-Link WR 841 N) an einem geeigneten Ort aufstellen, bestenfalls in luftiger Höhe am Fenster. Wenn Dein Router in der Reichweite eines anderen Freifunk-Routers steht, dann verbinden die beiden sich automatisch und vergrößern so die Abdeckung.
Außerdem ist es möglich Dein eigenes Internet mit anderen zu teilen, indem Du es um einen freifunkfähigen WLAN-Router erweiterst. Wir helfen Dir natürlich dabei! Gibt es genug Freifunkrouter in der Nähe, entsteht automatisch ein sogenanntes Mesh-Netzwerk in dem alle Router selbstständig miteinander verbunden sind.

Wie genau geht man vor und was kostet das?

Zunächst einmal schaue auf unserer Karte, ob in Deiner Nähe schon ein Router steht. Wenn ja, schau in Deinem WLAN-fähigen Endgerät mal nach, ob du das Netzwerk „Freifunk“ findest.Falls dem auch so ist, kannst Du dich mit diesem einfach verbinden (ohne Passwort oder Schlüssel). Es kostet Dich nichts, Du musst uns nicht sagen wer du bist, und Deine Verbindung wird auch nicht automatisch getrennt. Trotzdem wäre es toll, wenn Du keine illegalen Sachen mit dem Freifunk anstellst 🙂

Warum sollte ich mein Internet teilen? Mir schenkt auch keiner was!

Wenn man sich überlegt, wie oft man so eine Internetleitung, die 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche an ist, selber nutzt, so ist es reine Energieverschwendung, alles brach liegen zu lassen. Man geht zur Arbeit, man schläft, ist einkaufen… und die ganze Zeit liegt das ja bereits bezahlte Internet dumm rum und wird nicht genutzt. Es ist ja auch mittlerweile nicht mehr so, dass dieses Internetz Pfundweise verkauft wird. Und Du als Nutzer, oder potentieller Einspeiser, bist ja vielleicht auch mal unterwegs und musst dringend mal eben was nachgucken bei Google oder Wikipedia. Und ausserdem: Je mehr WLAN-Netze auf einem Fleck parallel laufen, desto mehr stören die sich auch gegenseitig. Ziehen jedoch alle an einem Strang und verbreitern nur ein einziges WLAN-Netz (also das Freifunk-Netz), dann gibt es auch weniger Störungen. Der wahre Egoist kooperiert also in diesem Fall.

Bekomme ich da keinen Ärger?

Klares Nein! Sämtlicher Internetverkehr der Freifunk-Nutzer wird gebündelt/gekapselt und kommt erst beim Internet Service Provider (ISP) „Freifunk Rheinland e.V.“ wieder frei. Man kann also nicht über den Freifunk-Router in Dein privates Netz oder an deinen PC. Die Freifunk-Nutzer sind quasi in einer eigenen Netzwerkzone eingeschlossen und können daraus nicht ausbrechen.

Wir bohren dazu einen Tunnel durch das Internet (VPN-Tunnel), um darin die Daten der Freifunk-Nutzer bis zum Freifunk Rheinland e.V. zu transportieren.

Der Clou: Wie alle anderen ISP’s genießt der Freifunk Rheinland auch das Provider Privileg. Somit wird die in Deutschland geltende Störerhaftung umgangen.

 

VPN Schema

Ich habe eine schnelle Anbindung und will einspeisen!

Oh super. Das ist großartig. Um Dein Internet gefahrlos dem Freifunk zukommen zu lassen, verbinde den blauen WAN-Port des Freifunk-Routers einfach mit Deinem privaten Netzwerk bzw. mit einem Port Deines privaten Routers. In der Standard-Konfiguration sollte der Freifunk-Knoten automatisch eine Verbindung zum Freifunk-Netz aufbauen.

Ich würde gern die Firmware aufspielen, wie geht das?

Wir stellen auf unserer Seite eine bebilderte Anleitung bereit. Ansonsten schau Dir dieses Video auf Youtube an: https://youtu.be/dI5JcmURtEM

Das Signal ist sehr schwach 🙁

Das ist nicht weiter schlimm, du kannst es recht günstig verstärken und damit das gesamte Freifunk-Netz weiter ausbauen. Der Router, den wir hauptsächlich verwenden, kostet so um die 20 Euro und verbraucht auch nicht besonders viel Strom. Er nimmt das Signal des anderen Freifunk-Routers auf und verbreitet es weiter. Am besten du meldest dich bei uns mal unter Kontakt und wir besprechen das.

Ich habe noch eine andere Frage…

Na dann, her damit

Speziell

Mein eigenes Internet wird durch Freifunk langsam

Das kann natürlich sein, wenn viele Leute auf dem Freifunk-Gerät eingebucht sind. Mit der Umstelllung auf L2TP anstelle von fastd als Tunnelprotokoll kann Dein Freifunk Router mehr Daten verarbeiten. Dadurch kann es sinnvoll sein, die Bandbreite zu begrenzen. An einem 16000er DSL Anschluss empfehlen wir mindestens “8000” für Downstream und “500” für den Upstream. Die am Anschluss tatsächlich anliegende Bandbreite kannst Du z.B. mit der Webseite http://www.speedtest.net ermitteln. Um ein genaues Ergebnis zu erhalten, solltest Du das Wlan deaktivieren und Deinen Computer mit einem Netzwerkkabel an den Router Deines Internetanbieters anschließen. Bei der Messung kannst Du die von unserer Firmware verwendete Einheit Kilobit/s in den Settings auswählen. Wenn die Begrenzung anschließend auf 2/3 der Bandbreite des Internetanschlusses eingestellt wird, sollten keinerlei Schwierigkeiten im privaten Netz auftreten. Siehe auch https://wiki.freifunk-mwu.de/w/Howto/Gluon_Konfigurieren#Mesh-VPN_Bandbreite_begrenzen_.28optional.29 Sollte es wider erwarten Probleme geben einfach mit uns Kontakt aufnehmen.

Wie kann ich mein Freifunk-Netz erweitern?

Wenn sich Freifunk-Router untereinander „sehen“ können (also in Funkreichweite sind), vernetzen sie sich automatisch und erweitern damit das Freifunk-Netz, was wir auch „Mesh“ nennen. Das ist der einfachste Weg und für den Anfänger zu empfehlen.

Man kann Freifunk-Router aber auch direkt per Ethernetkabel untereinander verbinden. Dazu gibt es in der Konfiguration (Config Mode) die Optionen „Mesh-on-LAN“ und „Mesh-on-WAN“, die im Standard nicht aktiviert sind.

Vorteil dabei ist, dass das „Mesh“ dann nicht mehr ausschließlich über Funk erzeugt wird, sondern direkt – und ganz ohne Verluste – über das Ethernetkabel. Damit entlasten wir das WLAN deutlich und das kommt den Freifunk-Nutzern zugute.

 

Ein Beispiel:

Wir haben zwei Freifunk-Router: Router A und Router B.

Router A ist am WAN-Port mit dem Internet verbunden und hat die Option „Mesh-on-LAN“ aktiviert. Er stellt an den LAN-Ports (idR. gelb) jetzt also kein nutzbares Freifunk-Netz mehr zur Verfügung, sondern ein besonderes Meshprotokoll (B.A.T.M.A.N.), was lediglich die Vernetzung der Freifunk-Router ermöglicht.

Router B hat dagegen „Mesh-on-WAN“ aktiviert und stellt B.A.T.M.A.N. jetzt am blauen WAN-Port bereit. Wenn man nun Router A (am gelben LAN-Port) mit Router B (am blauen WAN-Port) per Kabel verbindet, vernetzen diese sich vorzugsweise über die Kabelverbindung, da diese weniger störanfällig ist.

Router B kann auch mit „Mesh-on-LAN“ konfiguriert sein. Dann muss selbstverständlich anders verkabelt werden. (Von gelb zu gelb).

Natürlich darf es neben Router A und Router B auch noch Router C, Router D, Router… … geben.

Wichtig: Wenn ein Router bereits mit dem WAN-Port am Heimnetz angeschlossen ist – also Internet gespendet wird  – sollte Mesh-on-WAN nicht aktiviert werden. Das kann u.U. bei manchen Geräten zu Problemen führen.

Idealerweise lassen wir B.A.T.M.A.N. generell nicht im eigenen Heimnetz herumspuken. 😉

Kann ich die anderen Ports am Router mit nutzen?

Klar! PCs können statt über WLAN sich mit den LAN Ports (meist 1-4 an der Zahl) verbinden. Vorsicht jedoch mit Endgeräten, wie Drucker oder Netzwerkspeicher: Diese werden im Freifunk Netz ansonsten freigegeben. Du kannst die Ports auch dazu verwenden, mit anderen Routern meshen zu lassen sprich, die Netzreichweite mit einem zweiten Freifunk-Router zu erhöhen. Dies muss jedoch erst in der Einrichtung beider Knoten eingestellt werden (Mesh-on-Lan). Dann allerdings kann kein Endgerät wie PC daran angeschlossen werden, sondern nur noch Freifunk-Router.

2 Ghz oder 5 Ghz?

Ein heiß diskutiertes Thema:

2 Ghz wird von den meisten Endgeräten unterstützt hat aber den Nachteil, dass unsere Luft bereits voll von 2 Ghz Strahlung ist und potentielle Störquellen an jeder Ecke lauern. 2 Ghz kann jedoch leichter Gegenstände durchdringen als 5 Ghz Wellen. 5 Ghz hat den großen Vorteil, dass die Belastung in der Luft kaum vorhanden ist, jedoch den Nachteil, dass nicht viele Endgeräte diese Technologie unterstützen.

Prinzipiell wird so verfahren, dass man 2 aber auch zusätzlich 5 Ghz für die gleiche Richtung aufstellt. Gerade um größere Entfernungen zu überbrücken (Beispiel: Punkt-zu-Punkt Szenarien) eignet sich 5 Ghz am besten.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft ein Gerät, das sowohl 2 als auch 5 Ghz unterstützt (Dualband) ein Beispiel wäre der TP-Link WDR 3600.